| Magdalena Neuner gewinnt den Massenstart in Khanty-Mansiysk, die Disziplinenwertung und den Gesamtweltcup / Martina auf Platz 29 |
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Beim Massenstart im russischen Khanty-Mansiysk bewies Magdalena Neuner erneut warum sie die beste Biathletin in dieser Saison ist. Mit ihrem Sieg sicherte sich die junge Wallgauerin nicht nur die große Kugel im Gesamtweltcup sondern auch die kleine Variante für die Disziplin. Zum Abschluss ihrer Karriere erreichte Sandrine Bailly den zweiten Platz vor der Slowakin Anastasiya Kuzmina.
Mit breiter Brust und dem fast schon gewohnten Gelben Trikot ging Lena im abschließenden Einzelrennen dieser Saison an den Start und führte das Feld in der ersten Schleife an. Durch zwei Nullfehlerserie bei den Liegendschießen brachte sie sich auf Zielkurs und konnte ab der dritten Runde ihr Rennen laufen. In guter alter Neuner-Manier nutzte sie die beiden Schießprüfungen um sich ein kleines Polster aufzubauen und für mögliche Strafrunden gewappnet zu sein. Beim dritten Schießen ließ Magdalena dann prompt die vierte und fünfte Scheibe stehen und musste 300 Meter extra laufen. Der Abstand zur Spitze blieb jedoch gering, so dass Neuner bei der letzten Schießprüfung wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz in Form von Kuzmina lag. Trotz einer weiteren Strafrunde schob sie sich wieder auf den ersten Platz und brachte den Sieg ungefährdet nach Hause. Die Doppelolympiasiegerin von Vancouver kam somit nicht zu ihrem 5. Weltcuperfolg in dieser Saison, sondern gewinnt neben dem Gesamtweltcup auch die Disziplinenwertung.
Kati Wilhelm, welche im Vorfeld schon die ein oder andere Träne verdrückt hat, zeigte sich in ihrem letzten Rennen noch einmal hochkonzentriert und motiviert am Schießstand und konnte sich mit 5 Treffern im ersten Anschlag in der vorderen Gruppe festsetzen. Daraufhin folgte ein kleiner Patzer in Form von zwei Fahrkarten im Liegendschießen, welcher sie ein wenig zurückwarf. Anschließend kämpfte sich Kati allerdings wieder Stück für Stück nach vorne und lieferte sich nach 10 Treffern in den Stehendschießen auf der Schlußrunde ein packendes Duell mit der Französin Marie Laure Brunet. Diese war am Ende jedoch einen Tick schneller, so dass Wilhelm letztendlich als Sechste die Ziellinie überquerte. Allerdings nahm die Thrüringerin schon beim Einlauf ins Stadion das Tempo heraus, schnappte sich eine Fahne mit dem Schriftzug "Thank you and Goodbye" als kleine Abschiedsgeste für ihre Fans.
Ein dickes Minus gibt es in diesem Zusammenhang für die Norwegerin Tora Berger, welche auf den letzten Metern noch meinte an Wilhelm vorbeisprinten zu müssen. Dies muss wirklich nicht sein und war mehr als unsportlich. Es ging in diesem letzten Rennen gerade für sie um überhaupt nichts mehr und ob ich nun Vierte, Fünfte oder Sechste werde, darf eigentlich in solch einem Moment keine Rolle spielen. Andere Athletinnen wie etwa Olga Zaitseva erkannten hingegen die Situation, zeigten ein wenig Respekt und blieben hinter der Deutschen, so dass diese den Moment genießen konnte.
Andrea Henkel kämpfte tapfer, ackerte was das Zeug hielt, wurde letztendlich aber nicht für ihren Einsatz belohnt. Nach dem ersten Fehler im Liegendschießen fand sie durch eine Nullfehlerserie wieder Anschluss und überholte in der Loipe einige Konkurrentinnen. Dann leistete sich die Großbreitenbacherin allerdings gleich zwei Fehler und musste erneut in die Strafrunde abbiegen. Dennoch hatte sie dank einer guten Laufleistung beim letzten Schießen immer noch die Chance auf einen Platz unter den besten Zehn, verfehlte jedoch gleich die ersten drei Scheiben und fiel weit zurück. Mit insgesamt 6 Fehler erreichte Henkel somit lediglich den 13. Platz. Ähnlich erging es auch Tina Bachmann. Sie konnte sich anfangs mit nur einem Fehler liegend in eine gute Ausgangsposition bringen, scheiterte aber leider bei den Stehendschießen. Hier ließ die Schmiedebergerin stets die dritte und fünfte Scheibe stehen und verlor mit jeder Runde an Boden. Mit knapp 2 Minuten Rückstand kam sie als 17. ins Ziel.
Unmittelbar dahinter beendete Simone Hauswald ihr letztes Einzelrennen. Sie hatte vor Beginn des Wettbewerbs gute Chance die kleine Kristallkugel im Massenstart zu gewinnen und hätte theoretisch sogar noch Gesamtweltcupsiegerin werden können. Diese Tatsachen bauten anscheinend einen großen Druck auf Simone aus, denn sie lief heute nicht so unbeschwert und souverän wie sonst. Während der erste Fehlschuss im Liegendschießen nicht weiter schlimm war, verfehlte sie auch bei der zweiten Schießprüfung gleich zwei Scheiben und verlor den Anschluss an ihre unmittelbare Konkurrentin Neuner. Als dann wie bei Bachmann bei den Stehendanschläge immer die beiden gleichen Ziele stehen blieben (bei ihr waren es die Scheiben 1 und 3), war das Rennen endgültig gelaufen. Dennoch konnte sie sich sowohl in der Massenstartwertung als auch im Gesamtweltcup über den 2. Platz freuen, den sie bereits vor einigen Wochen als persönliches Ziel erklärt hatte.
Martina Beck machte auf dem vorletzten Platz das deutsche Mannschaftsergebnis komplett. Auch bei ihr lässt sich nur schwer einschätzen, ob zuviele Gedanken im Kopf herum schwirrten oder der emotionale Druck besonders groß war, auf jeden Fall tat sie sich schwer und absolvierte keine Schießeinlage fehlerfrei. Für Beck relativ ungewohnt, blieben gleich zu Beginn zwei Scheiben im Liegendanschlag stehen, so dass die Mittenwalderin bereits nach der ersten Schleife über eine Minute zurücklag. Auch im zweiten Schießen zeichnete sich anschließend das gleiche Bild ab, denn erneut fanden zwei Patronen nicht den Weg ins Schwarze. Erst bei den Stehendschießen schien sie den richtigen Rhythmus gefunden zu haben und traf die ersten vier Scheiben, setzte aber stets den fünften Schuss daneben. Während sich die Teamkolleginnen im Ziel bereits in den Armen lagen, trudelte Beck mit einem Rückstand von fast 5 Minuten allmählich im Ziel ein und wurde dort von Sabrina Buchholz und Kathrin Hitzer mit einem Plakat überrascht. Bei aller Freude und Erleichterung, dass nun alles vorbei ist, ist der 29. Platz leider eher enttäuschend. Gerade am Ende einer solch langen und ohne Zweifel erfolgreichen Karriere hätte man sich einen etwas würdevolleren Abgang für Martina gewünscht.
Morgen kommen Magdalena Neuner, Simone Hauswald, Simon Schempp und Arnd Peiffer in der Mixed-Staffel zum Einsatz und können mit einem WM-Titel die ohnehin erfolgreiche Saison aus Sicht der Biathlondamen abrunden.
(Foto © Natalia Kolesnikova / Alexey Kudenko / AFP Photo)
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| Datum: 27.03.2010 - 20:14:59 |
Verfasst von: Dominik |
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