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Start

Die Athleten müssen sich 15 Minuten vor dem Start im markierten Startgelände einfinden, wo es zur Skimarkierung und zur Gewehrkontrolle kommt. Die Skier werden an den Skispitzen markiert, und der Läufer muß mit einem der beiden gekennzeichneten Skiern das Ziel erreichen. Beim Gewehr wird das Abzugsgewicht, das 500 Gramm nicht unterschreiten darf, überprüft (die pro Team 2 erlaubten Reservegewehre werden hier ebenfalls kontrolliert). Auch die Richtigkeit der Startnummer und das Einhalten der erlaubten Werbeflächen muß beachtet werden.

Die restlichen Minuten vor Beginn des Rennens dürfen sich die Biathleten nur in der markierten Startzone aufwärmen.
Die meisten Wettkämpfe werden im 30 Sekunden Abstand gestartet, d. h. jede halbe Minute geht ein Läufer ins Rennen. Dabei erhält jeder Athlet 10 Sekunden vor seiner Startzeit ein akustisches Signal, ab 5 Sekunden tickt die Uhr laut herunter. Innerhalb dieser 5 Sekunden muß der Stab, der die Zeitnehmung auslöst, durchschritten werden.

Beim Staffelstart bzw. beim Massenstart erfolgt der Start durch einen Startschuß. Beim Verfolgungsrennen wird nach den Rückständen des Wettkampfes zuvor gestartet.

Rennverlauf

Die Läufer begeben sich nach dem Start auf eine der vorgegeben Runden (Achtung: meist sind verschiedene Runden zu durchlaufen!). Nach der Startrunde kommt der Biathlet zum ersten Schießen (liegend). Der Abstand zu den Scheiben beträgt 50 Meter, der Scheibendurchmesser beträgt 4,5 cm (liegend), 11,2 cm (stehend). Der Athlet darf das Gewehr erst dann von seiner Schulter nehmen, wenn er auf der Schießmatte seines Standes zum Stehen gekommen ist. Dann erst ist es ihm erlaubt, ein Magazin einzuführen, das Gewehr also zu laden. Wenn die beiden Gewehrklappen geöffnet sind (sie verhindern Schnee- oder Regeneintritt ins Gewehr), ist die Waffe schießbereit. Dann sollte versucht werden möglichst rasch und in gutem Rhythmus die 5 Scheiben zu treffen. Für jeden Fehlschuß muß der Läufer eine Strafrunde laufen, oder er kassiert eine Strafminute (siehe Wettkampfformen).

Nach dem Schießen bzw. nach absolvierter Strafrunde begeben sich die Athleten dann wieder auf die nächste vorgeschriebene Runde, um dann wieder zum nächsten Schießen zu kommen. Je nach Wettkampfform müssen sich die Läufer 2-4mal am Schießplatz einfinden. Wenn sie die letzte Schießprüfung abgelegt haben, gehen sie auf die Schlußrunde.

Beim Wettkampf muß folgendes beachtet werden: die Startnummer muß immer sichtbar getragen werden, ein Pacing (mit- oder nebenherlaufen eines Betreuers/Trainers) ist verboten und Anweisung eines Trainers innerhalb des Schießplatzes (+10 Meter vor und nachher) ist nicht erlaubt.

Beim Einlaufen ins Ziel lösen die Läufer wieder die Zeitnehmung aus, und haben somit ihren Wettkampf beendet. Beim Staffelrennen erfolgt in einem markierten Bereich im Ziel die Übergabe per Handschlag entweder auf den Oberkörper, die Arme, die Beine, den Kopf oder auf die Hände. Beim Teambewerb ist der Wettkampf erst beendet, wenn der letzte Läufer die Ziellinie passiert hat.
Im Zielgelände werden noch einmal die Waffe (sie darf nicht mehr geladen sein!!!) und die Skier (einer muß markiert sein) kontrolliert. Im Ziel sollte zudem eine 10 Meter lange Werbeverbotszone beachtet werden. Bei größeren Wettkämpfen wird im Ziel noch die Gewehrnummer überprüft, und die ersten 3 + ein Ausgeloster müssen zur Dopingkontrolle!

Training, Einschießen, Skitest und Aufwärmen

Natürlich sollte jeder Athlet die Möglichkeit haben, die Strecke bzw. den Schießplatz zu besichtigen. Für diesen Zweck gibt es inoffizielle und offizielle Trainings. Der Veranstalter eines Wettkampfes muß ein offizielles Training anbieten, in dem die Strecke und der Schießplatz rennfertig präpariert sein müssen. Ein inoffizielles Training kann angeboten werden, es müssen jedoch keine Wettkampfbedingungen herrschen. Die Trainingszeiten für Männer und Frauen sind unterschiedlich.

Am Tag des Wettkampfs gibt es das sogenannte Einschießen. Hier wird das Gewehr auf die herrschenden Bedingungen (Wind, Schießplatz, Niederschlag,...) einjustiert. Jede Mannschaft bekommt hierfür einen (oder mehrere - je nach Verfügung) Schießplatz, wo die Biathleten 45 Minuten Zeit haben ihre Waffe abzustimmen. Geschossen wird dabei auf Papierscheiben...so kann der Training durch Fernglas genau sehen, wo die Schüsse gelandet sind. Das Einschießen beginnt normalerweise 1 Stunde vor dem Start und endet 10 Minuten davor (zwischendurch gibt es 5 Minuten Pause, in der die Papierscheiben gewechselt werden). Die Athleten dürfen nur mit sichtbar getragener Startnummer einschießen!

Auch die Schnelligkeit der Skier wird vor dem Start getestet. Diese Tests dürfen jedoch nicht auf der Strecke durchgeführt werden, hierfür gibt es eigenes Areal, in dem jede Nation ihre Spur für die Tests hat. Hier werden dann meist Zeitmeßanlagen aufgebaut, und der Ski, der diese am schnellsten passiert, wird als Rennski verwendet.

Wichtig für die Teilnehmer ist natürlich ein ordentliches Aufwärmen. Im Weltcup und Europacup ist das Aufwärmen vor und während des Wettkampfs auf der Wettkampfstrecke (aber nur in Fahrtrichtung) erlaubt, bei olympischen Spielen und Weltmeisterschaften müssen sich die Biathleten in eigenen Aufwärmzonen vorbereiten. Betreuer und Läufer, die nicht am Wettkampf teilnehmen dürfen sich nur bis 5 Minuten vor dem Start auf der Strecke aufhalten.

Qualifikations- bzw. Teilnahmeregeln

Damit ein Biathlet bei olympischen Spielen bzw. bei Weltmeisterschaften teilnehmen kann, muß er innerhalb der vergangenen 4 Jahre eines der folgenden Ergebnisse erbringen: weniger als 20% Rückstand auf die ersten 3 bei einem Weltcup oder einer Weltmeisterschaft oder Plazierung in der besseren Hälfte bei einer Junioren-Weltmeisterschaft.

Bei olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften dürfen jedoch nur 4 Teilnehmer pro Nation teilnehmen (das gesamte Team muß 14 Tage vor Beginn bei der IBU genannt werden). Bei Welt- bzw. Europacups bestimmen die Leistungen der vergangenen Jahre das Kontingent der Nation.

In den letzten Jahren wurde versucht, die Teilnahmeregeln zu verschärfen, um die Teilnehmerzahlen etwas einzuschränken. Bei den neueren Wettkampfformen wie Massenstart (25 Teilnehmer) bzw. Verfolgung (60 Teilnehmer) ist die Teilnehmerzahl von vornherein beschränkt worden.

Das gesamte Feld wird dann beim Wettkampf in Gruppen eingeteilt. Bei Weltcups sind diese 4 Gruppen. Bei kleiner Wettkämpfen, bei den die Teilnehmerzahl 60 unterschreitet, wird in 3 Gruppen gestartet, unterschreitet man 40....2 Gruppen!
Bei der Staffel gibt es ebenfalls eigene Regeln, was den Start und das Einschießen betrifft. Eingeschossen wird auf dem Schießstand der Startnummer (z. B. Startnummer 7....Schießplatz 7), gestartet wird in einer Position, die der Plazierung der letzten Weltcups entspricht. Bei Juniorenweltmeisterschaften gilt die Plazierung des Vorjahres.

Sonstiges

Am Vorabend des Wettkampfs findet die sogenannte Mannschaftsführersitzung statt. Hier wird der Ablauf des Wettkampfes noch einmal durchbesprochen. Es erfolgt die Startnummernauslosung, die Austeilung der Nummern, die Einteilung der Schießplätze fürs Einschießen, die Jury wird festgelegt, ein Wetterbericht wird veröffentlicht, eine Startliste ausgeteilt und der technische Delegierte gibt noch seinen Kommentar zum Wettkampf ab.

Natürlich gibt es auch Situationen, in denen ein Wettkampf nicht gestartet bzw. abgebrochen werden muß: bei Temperaturen von -20 °C und kälter (am kältesten Punkt der Strecke bzw. am Schießplatz....gemessen 1,5 Meter über dem Boden), bei extremen Wind oder Wetterverhältnissen (starker Nebel, extremer Schneefall,.....). Die Jury entscheidet über solche Abbrüche!