Disziplinen

Biathlon

Regelwerk

Ausrüstung

Disziplinen

Weltcuporte

 

 

Einzelwettkampf

Der Einzellauf ist die älteste Biathlondisziplin. Die Athleten starten einzeln nacheinander. Das Startintervall beträgt dabei 30 Sekunden. Die Männer laufen eine 20 km, die Frauen eine 15 km lange Strecke. Es sind jeweils zwei Liegend- und Stehendschießen zu absolvieren (liegend-stehend-liegend-stehend), wobei jeder Fehler mit einer Strafzeit von einer Minute geahndet wird. Bei Weltcupveranstaltungen wird die längste Strecke im Biathlonzirkus auf Grund ihres für das Fernsehen relativ unspektakulären Spannungsbogens nur noch selten gelaufen. Um die Dauer des Rennens zu reduzieren, wird immer wieder diskutiert, die Zahl der Starter zu begrenzen.

Sprint

Die Biathleten starten in einem 30-Sekunden-Intervall einzeln hintereinander. Die Distanz beträgt bei den Männern 10 km. Bei den Frauen betrug die Streckenlänge ursprünglich nur 5 km, wurde jedoch 1989 auf die heute gelaufenen 7,5 km verlängert. Es wird je einmal liegend und stehend geschossen, wobei jeder Fehler mit einer Strafrunde geahndet wird. Der Sprint ist mittlerweile die am häufigsten ausgetragene Disziplin im Biathlon-Weltcup.

Verfolgung

Startberechtigt sind die besten 60 Athleten des Sprint- bzw. Einzelbewerbes, je nachdem, welche Disziplin dem Jagdrennen vorausgeht. Meist dient der Sprint als Qualifikation für das Verfolgungsrennen. Die Startreihenfolge und Startintervalle richten sich nach den dabei erzielten Zeiten. Der Erstplatzierte des Einzels/Sprints wird auch als Erster des Verfolgungsrennens in den Wettkampf geschickt. Die anderen Athleten folgen entsprechend ihrem Zeitabstand zum Sieger im Einzel-/Sprintrennen. Nach einem Sprint werden die Abstände 1:1 übernommen, nach einem Einzelrennen hingegen halbiert.

Die Distanz des eigentlichen Verfolgungsrennens, das meist ein oder zwei Tage nach dem vorausgehenden Einzel- bzw. Sprintrennen stattfindet, beträgt dabei 12,5 Kilometer bei den Männern und 10 Kilometer bei den Frauen. Es müssen je zwei Schießprüfungen im Liegend- und Stehendschießen (liegend-liegend-stehend-stehend) absolviert werden, wobei für jeden Fehlschuss sofort eine Strafrunde gelaufen werden muss.

Diese Disziplin wird regelmäßig im Weltcup ausgetragen, da sie explizit mit Hinsicht auf die Fernsehtauglichkeit des Biathlons konzipiert wurde. Dies ergibt sich daraus, dass der erste Sportler im Ziel auch der Sieger des Rennens ist. Außerdem ergeben sich zusätzliche Spannungsmomente dadurch, dass sich die Athleten auf der Strecke und am Schießstand direkt miteinander messen. Die Rennen werden insbesondere dann spannend, wenn die Zeitabstände, mit denen die Sportler ins Rennen gehen, relativ gering sind.

Massenstart

Der Massenstart ist die jüngste Biathlon-Disziplin. Startberechtigt für den Massenstart sind nur die 30 bestplatzierten Biathleten im Weltcup. (Ausnahme: bei Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen: hier sind die 15 Bestplatzierten des Gesamtweltcups sowie alle Medaillengewinner des laufenden Wettbewerbs (Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele) startberechtigt. Die zu 30 fehlenden Plätze werden durch die Skijäger ergänzt, die im Verlauf der Meisterschaften die meisten Weltcuppunkte erzielt haben. Dabei ist das Kontingent pro Nation, anders als im Weltcup, auf maximal vier Starter begrenzt. Das Massenstartrennen wird als letztes Einzelrennen der Meisterschaften ausgetragen.)

Die Läufer starten gleichzeitig über die 15 Kilometer (Herren) bzw. 12,5 Kilometer (Damen) lange Strecke. Nach jedem Fehlschuss bei je zwei Liegend- und Stehendschießen (liegend-liegend-stehend-stehend) muss der Athlet eine Strafrunde absolvieren.

Wegen der benötigten breiten Starttrasse kann dieser Wettbewerb nur an wenigen Weltcuporten ausgetragen werden. Er gehört aber aufgrund des Gedränges auf Startbahn und Strecke und der Tatsache, dass hier derjenige Sieger ist, der zuerst das Ziel erreicht, zu den spannendsten und beliebtesten Disziplinen des Biathlon.

Staffel

Die olympische Premiere der Staffel erfolgte bei den Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble. Eine Staffel besteht aus vier Athleten einer Nation und eines Geschlechts. Gestartet wird mittels Massenstart, wobei jeder Athlet eine Distanz von 7,5 km (Männer) bzw. 6 km (Frauen) zu laufen hat, bevor er in einer 30 m langen Wechselzone an den nächsten Läufer seines Teams übergeben darf. Der Staffelwettbewerb besteht pro Athlet aus je einem Liegend- und einem Stehendschießen, insgesamt also aus vier Liegend- und vier Stehendschießen. Im Gegensatz zu den anderen Wettbewerben stehen den Athleten hier maximal drei Nachlader zur Verfügung, um beim ersten Mal nicht getroffene Scheiben doch noch treffen zu können. Pro Nachlader werden etwa zehn zusätzliche Sekunden benötigt. Maximal hat jeder Athlet also acht Patronen, um die fünf Scheiben zu treffen. Für jede dann nicht getroffene Scheibe muss eine Strafrunde gelaufen werden.

Bei den Frauen wurden die Distanzen, über die das Staffelrennen ausgetragen wird, mehrfach geändert. Bis 1991 hatten drei Biathletinnen je 5 km zu absolvieren, später liefen vier Athletinnen jeweils 7,5 km. 2003 wurde die Distanz erneut geändert, momentan werden 4 x 6 km gelaufen.

Mixed Staffel

Seit den frühen 1990er Jahren werden immer wieder verschiede Mannschaftsbewerbe erprobt, die den Biathlonsport attraktiver machen sollen. Ein Beispiel dafür ist die seit 2002 in der Veltins Arena (Gelsenkirchen-Schalke) ausgetragene World Team Challenge. Dabei laufen gemischte Staffeln, bestehend aus je einem Mann und einer Frau in mehrfachem Wechsel über eine Distanz von 15 km.

Die neueste Form ist die gemischte Staffel über zweimal 6 Kilometer und zweimal 7,5 Kilometer, wobei je zwei Positionen von Frauen und Männern besetzt werden. Für diesen Wettbewerb wurde im Rahmen des Weltcupfinales 2005 in Chanty-Mansijsk erstmals eine eigene als Mixed Relay World Championship bezeichnete Weltmeisterschaft ausgetragen. 2007 gehört die Disziplin in Antholz zum Wettkampfprogramm der Biathlon-Weltmeisterschaft.

Im Rahmen der Deutschen Biathlon-Meisterschaften, die aufgrund der vorsaisonalen Lage im September/Oktober immer auf Rollskiern stattfinden, werden auch Mixed-Staffeln durchgeführt, welche aus zwei männlichen Akteuren und einem weiblichen Teilnehmer bestehen. Diese haben dann jeweils den Umfang eines Sprintrennens durchzuführen.